 2010-07-09 Autor Harald Betz
Süßen als Weltcup-TestTop-Triathletin Ricarda Lisk vom VfL Waiblingen startet
am 17. Juli im Rahmen der Weltcup- Serie in Hamburg. Ihren letzten Formtest dafür
absolviert die 29-Jährige morgen um 18 Uhr beim Stadtlauf in Süßen.
 Bild: NWZ-Artikel vom 09.07.2010
"Ich habe gehört, der Kurs ist verwinkelt, aber flach und exakt zehn Kilometer lang.
Da möchte ich an meine Wettkampfzeiten heranlaufen und denke an ein 36-Minuten-Resultat",
gibt sich Ricarda Lisk ihre Marschroute für den Süßener Stadtlauf am morgigen Samstag
(Startschuss um 18 Uhr) selbst vor. Noch weilt die Athletin des VfL Waiblingen in Spanien
bei Freund Javier Gomez, erst morgen früh wird sie nach Deutschland fliegen, anschließend
einige Tage bei ihren Eltern im Remstal bleiben und dann zur Teilnahme am vierten
Wettbewerb der Triathlon-Weltserie (17. Juli) nach Hamburg reisen.
In dieser Serie über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Lauf)
lief es in diesem Jahr noch überhaupt nicht für die 29-Jährige, die vor zwei Jahren
in Hamburg ihren bislang einzigen Weltcup-Sieg feiern konnte und 2008 bei den Olympischen
Spielen in Peking auf den 15. Rang kam.
"Die Enttäuschung ist immens", gesteht die Top-Triathletin nach drei von sieben Rennen.
Einer Aufgabe in Sydney folgten die Plätze 33 in Seoul und 24 in Madrid. "Die ersten
beiden Male hatte ich gesundheitliche Probleme, aber in Madrid hätte es besser sein
können", so Lisk, die eigentlich in der Serie, die nach Hamburg noch Wettbewerbe in
London, Kitzbühel und Budapest umfasst, unter die besten Acht kommen will. Wenigstens
kennt die gebürtige Schorndorferin die Gründe für ihr Abschneiden.
"In Australien war klar, dass es nach einer Bronchitis ein Streichresultat werden würde.
In Seoul war es bis Kilometer drei beim Laufen ein ordentlicher Wettkampf, dann bekam ich
Bauchkrämpfe. Ich hatte beim Schwimmen Wasser geschluckt, die Wasserqualität des Flusses
muss sehr schlecht gewesen sein, auch andere Athleten hatten noch tagelang große Probleme."
Zurück in ihrer Wahlheimat Spanien wurde Ricarda Lisk zu allem Frust bei einer
Trainingseinheit noch von einem Hund gebissen ("Jetzt schreie ich jeden Hund an,
der sich mir nähert").
Beim Weltcup in Madrid, vorausgegangen war Lisks Sieg bei den spanischen Meisterschaften,
folgte ein 24. Rang. "Bei diesem Start habe ich den Fehler gemacht, im Vorfeld nicht
genügend gegessen zu haben. Meine Nervosität vor dem Start erschwert mir die Nahrungsaufnahme",
so die Waiblingerin im Rückblick auf das erneut enttäuschende Resultat. Doch Lisk schaut
positiv nach vorn und will in den nächsten vier Weltcups weiter vorne landen, um in der
Gesamtwertung noch Positionen gut zu machen. Lisks Ansatz: "Ich versuche, mir nicht
unnötig Druck zu machen und mich immer nur auf den nächsten Wettkampf zu konzentrieren."
Im kommenden Jahr wird der Druck automatisch wieder erhöht, 2011 steht im Zeichen der
Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London - auch das große mittelfristige
Ziel von Ricarda Lisk. |